Therapie

Therapie von Schnarchen und Schlafapnoe

Allgemeines

Am Anfang stehen allgemeine Maßnahmen. In leichten Fällen kann eine Gewichtsabnahme bereits zu einer Besserung von Schnarchen und Schlafapnoe führen. Muskelentspannende Substanzen sollten gemieden werden. Dazu gehören Alkohol am Abend, Schlaf- und manche Beruhigungsmittel.

"Wundermittel"

Gegen Schnarchen werden eine Vielzahl verschiedener Mittel angeboten: spezielle Kissen, Vorrichtungen, die den Schläfer bei Schnarchen mit Licht oder leichten Stromschlägen wecken, "Anti-Schnarchtropfen" zum Gurgeln oder Sprays, Nasenklammern und mitunter abenteuerlich anmutende Vorrichtungen, die verhindern sollen, dass die Zunge nach hinten in den Rachen fällt.

Für keine dieser Methoden konnte unter wissenschaftlichen Testbedingungen eine wesentliche Wirkung nachgewiesen werden. Es kommt im Gegenteil meist zu unangenehmen unerwünschten Wirkungen.

Wenn die Nase zu ist

Bei behinderter Nasenatmung ist eine Besserung der Atmung durch die Nase sinnvoll, beispielsweise durch eine Operation, Nasensprays oder die Behandlung einer eventuell vorhandenen Hausstaubmilbenallergie. Die operative Entfernung von übergroßen Mandeln oder Nasenpolypen ist eine weitere Möglichkeit, die insbesondere bei Kindern sinnvoll sein kann.

Operationen

Häufig wird eine Operation an Zäpfchen und Gaumensegel empfohlen (Uvulo-Palato-Pharyngo-Plastik = UPPP). Dieser Eingriff kann unter bestimmten Voraussetzungen störendes Schnarchen beseitigen, aber nicht Apnoen. Er ist daher bei Schlafapnoe nicht anzuraten, auch nicht, wenn er in der modernen Variante als Lasereingriff durchgeführt wird. Der Erfolg hinsichtlich Schnarchen ist oft nur von vorübergehender Dauer und nicht sicher vorhersehbar.

Einige neuere Verfahren versuchen durch Kälte (Kryotherapie) oder Hitze (Somnoplasty, Radiofrequenztherapie) das Zäpfchen zu schrumpfen. Hier gelten die gleichen Einschränkungen wie bei der Operation.

In jedem Fall ist eine vorherige Untersuchung im Schlaflabor oder zumindest mit einem ambulanten Diagnostikgerät erforderlich.

Medikamente

In leichteren Fällen wurde früher öfter der Wirkstoff Theophyllin versucht. Dieses Medikament wird eigentlich bei Asthma und Bronchitis zur Erweiterung der verengten Bronchien eingesetzt. Durch Anregung des Atemzentrums und vermehrte Anspannung der Atemmuskulatur, insbesondere des Zwerchfelles, kann bei einem geringen Teil der Patienten die Anzahl der Apnoen leicht vermindert werden. Der Effekt ist allerdings nicht vorhersehbar und hält eventuell nur eine begrenzte Zeit an.

Weil Theophyllin chemisch mit Koffein verwandt ist, kann es bei entsprechend empfindlichen Menschen, die dann meist auch keinen Kaffee vertragen, ähnliche unerwünschte Wirkungen hervorrufen: Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Übelkeit, Verdauungsbeschwerden.

Wegen der genannten Einschränkungen wird Theophyllin heute in der Behandlung der Schlafapnoe praktisch nicht mehr eingesetzt.